Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe, Arbeitsgruppe Elektrische Anlagen
> Zum Inhalt

GÜE Aspern

(c) Wien 3420 AG

Projektziele

Die Seestadt Aspern hat sich zum Ziel gesetzt, sich als internationaler Leuchtturm energieeffizienten und nachhaltigen Siedlungsbaues zu etablieren. Um die Gestaltung der Seestadt gemäß dem letzten Stand der Forschung zu gewährleisten, koordiniert die Wien3420 das Leitprojekt „Aspern, die Seestadt Wiens“, im Rahmen dessen neben Grundlagenstudien zu den Themen „Freiraum und Mikroklima“, „Gebäudeübergreifende Energie“ und „Energieverbrauchsmonitoring“, Demonstrationsgebäude errichtet werden sollen, in denen die dort entwickelten bzw. identifizierten innovativen Lösungen hinsichtlich plus-Energie Häuser und deren Einbindung in einen lokalen Energieverbund exemplarisch realisiert werden sollen um die Machbarkeit zu belegen und so das Interesse von Investoren und Bauindustrie und Energieversorgern zu wecken.

Das hier beantragte Subprojekt „Gebäudeübergreifende Energie“ verfolgt im ersten Schritt das Ziel die Realisierung der Demonstrationsgebäude zu unterstützen, indem die Möglichkeiten des Energieaustausches vor allem zwischen den Nutzergruppen „Wohnen“, „Büro“ und „Produktion“ untersucht werden und die dabei gewonnenen Erkenntnisse den Planungsteams zeitgerecht zur Verfügung gestellt werden, damit diese im größtmöglichen Ausmaß in der Realisierung berücksichtigt werden können. Im zweiten Schritt soll zur Unterstützung der Stadteilentwicklung der Prototyp einer Siedlungssimulation entstehen. Dabei soll einerseits eine Orientierung für den Ausbau der energetischen Infrastruktur („Roadmap“) entstehen und andererseits die Möglichkeit geschaffen werden, bei Ansiedlungsprojekten die jeweils geeigneten Maßnahmen hinsichtlich der Einbindung des Objektes in den lokalen Energieverbund zu identifizieren. Zu diesem Zweck wird das Projekt in die folgenden Themen gegliedert, die jeweils für die Demonstrationsprojekte und die Siedlungssimulation die jeweils geeigneten Ergebnisse liefern werden:

  • Analyse und Modellierung der Möglichkeiten der Einkopplung von thermischer Energie in ein (loka-les) Fernwärmenetz. Dabei werden die Aspekte Systemtemperaturabhängigkeit der Netzverluste, Pumpstrombedarf, exergieoptimale Auslegung, Prognosedaten und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt.
  • Analyse und Modellierung des (lokalen) Austausches von elektrischer Energie. Dabei werden die folgenden Aspekte berücksichtigt: Einfluss aller Energieverbrauchergruppen (Gebäude, Straßenbeleuchtung, Ladestellen für Elektrofahrzeuge, etc.) und lokaler Erzeugergruppen (PV, ev. Wind, etc.) einer Siedlung auf das elektrische System, Skalierbarkeit der Netzinfrastruktur sowie die optimale Nutzung der Austauschmöglichkeiten innerhalb von Gebäude, Baufeld und Siedlung.
  • Analyse und Modellierung der Wechselwirkungen zwischen Netzinfrastruktur und Gebäude: Dabei sollen basierend auf Erkenntnissen aus der Simulation von Einzelgebäuden die folgenden Aspekte untersucht werden: Diskrepanz zwischen Individualoptimierung (eines Gebäudes oder Teilaspektes, z.B. Heizwärmebedarf) und Gesamtoptimierung des externen Energiebedarfes der Siedlung sowie der Zusammenhang zwischen Raumplanung, Bebauungsdichte und Gebäudekombination und dem (lokalen) Energienetz.
  • Analyse der regulatorischen Rahmenbedingungen einerseits zu Sicherung der Realisierbarkeit der Demovorhaben (v.a. Anpassung an bestehende Regularien) und zur künftigen Gestaltung (Vorschläge zur Adaptierung von Normen) andererseits.

In der modellbasierten Gesamtsicht dieser Elemente auf Siedlungsebene und der Berücksichtigung von Elektromobilität liegt auch der innovative Schritt dieses Vorhabens im Vergleich zu bisherigen Projekten.

http://www.aspern-seestadt.at/

Projektkonsortium

Projektleitung:

  • Wien 3420 Aspern Development AG

Projektpartner:

Publikationen

Demand Side Management-Ansatz für die Seestadt ASPERN (Smart Grids Week, Bregenz 2012)